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Die KWS SAAT AG ist eines der weltweit führenden Pflanzenzüchtungsunternehmen mit Aktivitäten in rund 70 Ländern der Erde und mehr als 45 Tochter- und Beteiligungs-gesellschaften. Die Produktpalette umfasst mehr als 300 Sorten von Zuckerrüben-, Mais- und Getreidesaatgut sowie Ölsaaten und Kartoffelpflanzgut. KWS wird seit nunmehr über 150 Jahren als Familienunternehmen eigenständig und unabhängig geführt.
Im Bereich Zuckerrübe behält die KWS Dank GPS-Kompass-Kameras die Verbreitung bodenbürtiger Zuckerrüben-Schädlinge fest im Auge. Feldversuche mit sichtbaren Symptomen bestimmter Zuckerrübenkrankheiten werden in ganz Deutschland fotografiert und in Google Earth visualisiert.
Doch warum nutzt die KWS diese Technologien?
Zuckerrüben sind der heimische Rohstoff für den Zucker, der uns täglich das Leben versüßt.
Während die Zuckerrüben auf den Feldern wachsen, sind sie einigen Schädlingen und Krankheiten ausgesetzt. Unter anderem hat es der im Boden lebende Rübenzystennematode (Heterodera schachtii) auf die Rübe abgesehen. Diese Nematoden befallen die Haarwurzeln der Pflanzen und beeinträchtigen so die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser. Die Pflanzen werden dadurch im Wachstum stark beeinträchtigt. Äußerlich sichtbare Zeichen dafür sind welkende Blätter und Vergilbungen.
Der Züchtung ist es gelungen Sorten zu entwickeln, die dem Befall mit Nematoden standhalten können. Diese Sorten sind also Nematoden-tolerant.
Die zwei neuesten Sorten der KWS SAAT AG heißen ADRIANNA KWS und BELLADONNA KWS. Sie tolerieren die Nematoden im Boden und erreichen höchste Zuckererträge. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige und umweltschonende Landwirtschaft.
Die Herausforderung bei Nematoden liegt darin, den Befall der Flächen frühzeitig zu erkennen und zu lokalisieren. Bodenanalysen sind sehr aufwändig und nur bedingt für eine überregionale Erfassung geeignet.
Daher startete die KWS SAAT AG zusammen mit der Zuckerindustrie und den regionalen Zuckerrübenanbauerverbänden 2009 und 2010 eine umfangreiche Feldversuchsserie. An jeweils mehr als 500 Standorten wurden in Deutschland und Österreich Streifenversuche - die sogenannten „Nematodenfeldtests“ angelegt. Dabei wurden Nematoden-tolerante Sorten neben Sorten ausgesät, die gegenüber diesem Schädling anfällig sind. Diese Vielzahl von Standorten wurde von den KWS Beratern besucht und kontrolliert. Lag ein „unterirdischer“ Befall vor, konnte dieser anhand von „oberirdischen“ Symptomen schnell und einfach erfasst werden.
„Wir haben nach einem System gesucht, dass nicht nur die Ackerfläche dokumentiert, sondern dem Landwirt auch die Schadbilder vor Augen führt. Ein Bild sagt immer mehr als tausend Worte“, berichtet Gebietsberater Raphael Brand. Das Team aus Innen- und Außendienstlern ist bei seinen Recherchen auf die Möglichkeit gestoßen, mit Hilfe der GPS-Kamera von Ricoh, nicht nur Bilder zu schießen, sondern auch gleichzeitig die Koordinaten des Feldes und somit die exakte Position des Schadbildes festzuhalten.
Die Erkenntnisse und Daten aus dem Feld wurden in der KWS Zentrale in Einbeck zusammengefasst und dokumentiert. Mit Hilfe der leicht verständlichen Software Exif Extractor von Alta4 wurden die Bilder in Google Earth visualisiert. Alle besuchten Nematodenfeldtest konnten somit in einer Satellitenkarten positionsgenau festgehalten werden. (Abb. 2)
Das exakte Lokalisieren und visuelle Darstellen ermöglicht es der KWS, Landwirte in bestimmten Regionen auf das Thema „Nematoden“ zu sensibilisieren und gezielt zu beraten. Nach der Zuckerrübenernte kann der Nematoden-Befall des Einzelschlages mit Hilfe von Bodenproben weiter untersucht werden. Dank toleranter Sorten können in diesen Regionen nun Schäden durch Nematoden vermieden werden.
Noch vor wenigen Jahren hätte man an eine solche Möglichkeit der Schaddiagnose und Dokumentation in der Landwirtschaft nicht geglaubt. Die praktische Erfahrung der KWS Berater vor Ort und die einfach zu handhabende neue Technik bilden im Zusammenspiel die Basis für einen maximalen Beratungserfolg.

Autoren: Raphael Brand (Gebietsberater) und Ariane Knauth (Sachbearbeiterin AgroService) von der KWS SAAT AG (www.kws.de)
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