Landmarcs 2011/02

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ArcGIS 10 im Juni 2010 erwartet
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| Impressionen vom Developer Summit und der Business-Partner-Konferenz |
Mit viel Elan präsentierte ESRI-Unternehmensgründer Jack Dangermond auf der internationalen Business-Partner-Konferenz im März 2010 die neue Software ArcGIS 10. Bis vor wenigen Monaten war sie noch als Version 9.4 angekündigt, doch die Umbenennung auf 10 hat ihre Berechtigung. Mit ArcGIS 10 geht eine Vision in Erfüllung: geographische Informationssysteme, einfach bedienbar, für jeden über Internet im Zugriff und mit der Möglichkeit zur Kollaboration. GIS als Entscheidungsunterstützung, als natürlicher Zugang zur komplexen Realität, als gemeinschaftliches Planungswerkzeug. Die neue Version 10 bietet zahlreiche Neuerungen und lässt die einzelnen Produkte der Produktfamilie ArcGIS enger zusammenwachsen. Auch die Entwicklergemeinde springt auf diesen Zug auf: Mit rund 1 200 Teilnehmern erreichte das Developer Summit in Kalifornien einen neuen Rekord. Die wichtigsten Neuerungen in den Bereichen Desktop, Geodatabase, Server und Schnittstellen:
ArcGIS Desktop
Der Fokus liegt auf der Verbesserung der Workflows, der Nutzerführung sowie der Performance. Oder wie John Calkin es sagte: Mit weniger Klicks zum Ziel. Jeden Tag 72 Sek. eingespart, hat man am Jahresende eine Woche mehr zur freien Verfügung. Die Nutzeroberfläche wurde neu gestaltet, um ein effektiveres Arbeiten zu ermöglichen. Mit dem neu konzipierten Inhaltsverzeichnis wird ein schneller Zugriff auf selektierte Daten und eine bessere Verwaltung der Layer ermöglicht, die sich z. B. nach ihrer Sichtbarkeit sortieren lassen. ArcMap bietet außerdem schnell andockbare und ausblendbare Fenster für Inhaltsverzeichnis, Suche und ArcCatalog. Letzerer wurde dazu in ArcMap integriert, beide Programme blockieren sich nun nicht mehr. Des Weiteren gibt es eine verbesserte Suchfunktion, eine neu gestaltete Editierumgebung, aber auch die Arbeit mit zeitbasierten Daten im Desktop und Serverbereich. Neu sind Kartenserien (MapBooks) für Layouts, mit denen mehrere Layouts erstellt werden können, die in der Karte jeweils einen anderen Ausschnitt anzeigen. Der 3D-Bereich erlaubt Editieren im echten 3D-Modus.
Python & Geoprocessing
Python ist die Programmiersprache für Automatisierung in ArcGIS und wird daher immer besser integriert. Nun basiert auch die neue Kommandozeile mit Intellisense (automatische Befehlsvervollständigung, Online-Hilfe) auf Python. Geoprocessing-Befehle laufen im Hintergrund, so dass der Anwender parallel weiterarbeiten kann. Das ist noch kein Multi-Threading, doch eine gute Produktivitätssteigerung. Und mit ArcPy, einem nativen SitePackage für Python 2.6, wurde ein Nachfolger für das ArcGIS Scripting-Modul vorgestellt, das dessen Funktion übernimmt und maßgeblich erweitert. Es wird nun Zugang zu den Funktionen SpatialAnalyst und Geostatistical Analyst geben. Die wichtigste Verbesserung ist aber das Mapping-Modul, mit dem der programmatische Zugriff auf MXD-Dokumenten möglich wird, was bisher nur mit ArcObjects gelang.
Geodatabase Mit den neuen Abfrage-Layern (Query Layer) gelingt der direkten Zugriff aus ArcMap auf die Geodatenbanken mittels SQL, d. h. ohne den Umweg über SDE. Lediglich zum Editieren der Daten wird die Middleware noch benötigt. Bedauerlich, aber die angekündigte API für die FileGeodatabase wird es nicht in die Version 10 schaffen. Add-ins und Lizenzen ArcGIS ist nun mit Add-ins (in .NET oder Java geschrieben) leichter erweiterbar. Sie bestehen aus einer einzigen gezippten Datei und müssen nur in das festgelegte Add-in-Verzeichnis kopiert werden. Für die Installation braucht man keine Admin-Rechte mehr und muss auch keine Einträge in der Registry tätigen. Interessant ist die Änderung der Lizenznutzung. Lizenzen können aus dem vorhandenen Pool für einen Außer-Haus-Einsatz für einen vorbestimmen Zeitraum ausgecheckt werden. Man kann sie dann z. B. auf Laptop oder Heim-PC als Alternative zum Büro-PC verwenden.
ArcGIS Server
Das Innovationstempo lässt im Serverbereich nicht nach: Die REST-Schnittstelle wird um eine Editierfunktionalität erweitert und gewinnt so an Bedeutung. Die Flex-, Silverlight- und Java-Script-APIs erhalten alle die neue Version 2.0 und werden auf einer eigenen Release-Schiene weiterentwickelt. Die Hintergrundkartographie (Cache) wird noch schneller und soll sich vor allem durch das neue ESRI-eigene Compact-Cache-Format besser administrieren lassen. Leider funktioniert diese Art des Caches nur, wenn ArcGIS Server im gleichen Netzwerk operiert, d. h. nicht in Verbindung mit der Cloud. Das große Ding ist allerdings, dass die Caches auch als Layer in den Desktop-Produkten einbindbar sind und die Arbeit so ungemein flüssiger wird.
ArcGIS.com
Nach dem Geography Network und ArcGIS Online kommt nun ArcGIS.com. „ArcGIS. Now online" verspricht die Website. Es soll das Tor zum Online-GIS werden. Nicht nur ESRI bietet dort Daten an, auch jeder User kann seine Kartendienste, aber auch Software-Lösungen mit anderen teilen, diese frei zur Verfügung stellen oder sie über den ArcGIS.com App-Store verkaufen.
Mobile
ArcGIS Mobile-Projekte werden sich nun out-of-the box deployen lassen und in der Editier-Umgebung wird es möglich sein, zu einem gesetzten Punkt Attachments, z. B. ein Photo hinzuzufügen. Mit Spannung erwartet wurde die iPhone-Unterstützung, das Entwicklungswerkzeug für eigene Anwendungen in Objective-C. Ein SDK für Google's Android-Phone ist angekündigt, Unterstützung für Windows Mobile 7 soll folgen.
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Links: Komplett überarbeitete Nutzeroberfläche mit neuem Inhaltsverzeichnis und andockbaren Fenstern für den Catalog
Rechts: ArcGIS 10 unterstützt das iPhone und bringt ein SDK zur Entwicklung eigener Apps mit
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