Landmarcs 2011/02

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Saatzuchtunternehmen dokumentiert Schäden mit GPS- und Kompass-Kamera
Die KWS SAAT AG ist eines der weltweit führenden Pflanzenzuchtunternehmen mit Aktivitäten in rund 70 Ländern und mehr als 45 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Die Produktpalette umfasst mehr als 300 Sorten Zuckerrüben-, Mais- und Getreidesaatgut sowie Ölsaaten und Kartoffelpflanzgut. KWS wird seit über 150 Jahren als Familienunternehmen eigenständig und unabhängig geführt.
Die Verbreitung bodenbürtiger Zuckerrüben-Schädlinge behält KWS dank GPS-Kameras fest im Auge. Feldversuche mit sichtbaren Symptomen bestimmter Zuckerrübenkrankheiten werden in ganz Deutschland fotografiert und in Google Earth visualisiert. Doch warum nutzt KWS diese Technologien? Zuckerrüben sind der heimische Rohstoff für den Zucker, der uns täglich das Leben versüßt. Während die Rüben auf den Feldern wachsen, sind sie Schädlingen und Krankheiten ausgesetzt – zum Beispiel den im Boden lebenden Rübenzystennematoden. Sie befallen die Haarwurzeln der Pflanzen und beeinträchtigen so die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser. Dies hemmt das Pflanzenwachstum und zeigt sich durch welkende Blätter und Vergilbungen.
Doch gibt es Sorten, die dem Befall mit Nematoden standhalten, also nematodentolerant sind. Die zwei neuesten Sorten der KWS SAAT AG heißen ADRIANNA KWS und BELLADONNA KWS. Sie tolerieren die Nematoden im Boden und erreichen höchste Zuckererträge. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige und umweltschonende Landwirtschaft.

Bonitur eines Versuchsstandortes durch den KWS-Berater.
Die Herausforderung bei Nematoden liegt darin, den Befall der Flächen früh zu erkennen und zu lokalisieren. Bodenanalysen sind sehr aufwendig und nur bedingt für eine überregionale Erfassung geeignet. Daher startete KWS zusammen mit der Zuckerindustrie und den regionalen Zuckerrübenanbauerverbänden 2009 und 2010 eine umfangreiche Feldversuchsserie. An mehr als 500 Standorten in Deutschland und Österreich wurden Streifenversuche – sog. Nematodenfeldtests – angelegt und dabei nematodentolerante Sorten neben nematodenanfällige Sorten ausgesät. KWS-Berater besuchten und kontrollierten alle Standorte. Lag ein „unterirdischer“ Befall vor, konnten sie ihn anhand „oberirdischer“ Symptome schnell und einfach erfassen.
„Wir haben nach einem System gesucht, das nicht nur die Ackerfläche dokumentiert, sondern dem Landwirt auch die Schadbilder vor Augen führt. „Ein Bild sagt immer mehr als tausend Worte“, berichtet Gebietsberater Raphael Brand. Das KWS-Beraterteam war bei seinen Recherchen auf die Möglichkeit gestoßen, mit der GPS-Kamera von Ricoh Bilder zu schießen und gleichzeitig die Koordinaten des Feldes, also die exakte Position des Schadbildes festzuhalten.

Ca. 440 besuchte Nematodenfeldtest-Standorte im Jahr. 2010 in Google Earth mit hinterlegten (Befalls-)Bildern.
Die Erkenntnisse und Daten aus den Feldern wurden in der KWS-Zentrale in Einbeck zusammengefasst und dokumentiert, die Bilder mit der leicht verständlichen Software ExifExtractor von alta4 in Google Earth visualisiert. Alle besuchten Nematodenfeldtests konnten so in einer Satellitenkarte positionsgenau festgehalten werden. Die exakte Lokalisierung und visuelle Darstellung ermöglicht es KWS, Landwirte in bestimmten Regionen für das Thema „Nematoden“ zu sensibilisieren und gezielt zu beraten. Dank toleranter Sorten lassen sich dort nun Schäden durch Nematoden vermeiden.
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