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Eine einheitliche Lösung für das Wassernetz
Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) ist einer der größten Trinkwasserversorger in Deutschland. Der 1948 gegründete Verband umfasst heute ein Versorgungsgebiet von knapp 8000 km2 und reicht von der Nordseeküste mit den Ostfriesischen Inseln im Norden bis zu den Dammer Bergen im Süden, von der holländischen Grenze im Westen bis über die Weser hinaus im Osten.
Als Wasser- und Bodenverband ist der OOWV eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und hat die Aufgabe, Trink- und Brauchwasser zu beschaffen und an die Abnehmer zu verteilen. Hauptsitz ist Brake an der Unterweser. Hier befinden sich die kaufmännische und technische Gesamtverwaltung mit angegliederter Leitungsdokumentation, den „GIS-Fachleuten“. Der OOWV versorgt fast 1 Million Abnehmer mit Trinkwasser aus 15 Wasserwerken und 6 Speicherpumpwerken. Jährlich werden ca. 76 Mio. m³ Grundwasser aus 261 Brunnen gefördert, belüftet und nach den gesetzlichen Richtlinien aufbereitet. Als Trinkwasser gelangt es über ein insgesamt 13 900 km langes Trinkwasserrohrnetz direkt zu den Kunden. Der Fachbereich Leitungswesen für Trink- und Abwasser plant, baut und betreibt mit vorwiegend eigenem Personal sämtliche Projekte und wird u. a. durch 11 Rohrnetzbetriebsstellen, die für die Wartung, Pflege und den Ausbau des Leitungsnetzes verantwortlich sind, unterstützt. 1999 erweiterte der OOWV seine Tätigkeitsfelder um den Geschäftsbereich Abwasserentsorgung. Bis heute haben in rascher Folge 38 Städte und Gemeinden und ein Zweckverband ihre Abwasserentsorgung an den OOWV übertragen. Über 33 Mio. m³ Abwasser von rund 350 000 Einwohnern werden über insgesamt rd. 4100 km Leitungsnetz jährlich in 46 Kläranlagen gereinigt und dem Wasserkreislauf wieder zugeführt. Zur Grundwasserüberwachung unterhält die Abteilung Grundwasserbewirtschaftung und Hydrologie rd. 2500 Messstellen, die jährlich über 70 000 Daten liefern. Die vielfältigen Daten sind Basis für wichtige Erkenntnisse, wie z. B. über die Auswirkungen von Grundwasserentnahmen auf den Naturhaushalt oder die Gefährdung des Wassers durch Verschmutzungen. Daraus resultieren konkrete Maßnahmen für den nachhaltigen Grundwasserschutz.
Die aktuelle Situation
Die derzeitige GIS-Landschaft beim OOWV ist über die letzten Jahre und Jahrzehnte stetig gewachsen. Derzeit werden drei verschiedene Geografische Informationssysteme (GIS) eingesetzt. Im Bereich Wasser nimmt man für die Erfassung SICAD UT. Für die interne und mobile Auskunft GISMobil2000 und im Bereich Grundwasserbewirtschaftung wird ESRI-Software verwendet. Mit insgesamt ca. 50 Erfassungs- und Administrationsarbeitsplätzen über alle Sparten, ca. 10 Analysearbeitsplätzen, ca. 150 stationären Auskunftsarbeitsplätzen in Brake und den Betriebsstellen sowie rd. 65 mobilen Endgeräten an allen Betriebsstellen besitzt der OOWV bereits heute eine sehr große GIS-Infrastruktur.

Die Planung
Der OOWV veranlasste seine Systemumstellung wegen der von der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) geplanten Ablösung von ALK/ALB durch ALKIS (Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem). In Zukunft will der Verband ein einheitliches GIS für das Wasserversorgungsnetz, das Kanalnetz und die Grund wasserbewirtschaftung nutzen. Ein entscheidendes Kriterium ist die Durchgängigkeit der Lösung über alle Sparten und vom Erfassungsarbeitsplatz (Expertensystem) über die Web- GIS-Auskunft bis zum mobilen System. Weiterhin muss das neue System die Umstellung von ALK/ALB auf ALKIS unterstützen. Diese ist in Niedersachsen für 2011 geplant.

Das Gebiet der Wasserversorgung des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes
Das Auswahlverfahren
Der OOWV hat zur Evaluation eines neuen GIS ein mehrstufiges Verfahren gewählt. Ein externer Berater hat das GIS-Team des OOWV dabei unterstützt. Aufgrund der Komplexität des Ausgangssystems wurde als Grundlage für die Ausschreibung ein Jahr lang ein detailliertes Lastenheft erstellt. Die Ausschreibung wurde als nicht offenes Verfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb EU-weit durchgeführt. Nach der Präqualifikation (Februar 2009) und der europaweiten Ausschreibung (Oktober 2009) hatten die ausgewählten Anbieter im Frühjahr 2010 die Gelegenheit, ihre Lösungen bei den sog. Aufklärungsverhandlungen zu präsentieren. Zwei Anbieter wurden mit einem umfassenden Kriterienkatalog für eine Teststellung ausgewählt. Während dieser mehrwöchigen Teststellung beim OOWV in Brake wurden alle relevanten Funktionen des angebotenen Systems geprüft. Es wurden reale Daten des OOWV aus Pilotmigrationen verwendet. Nach einem insgesamt fast zweijährigen Evaluationsverfahren hat sich der OOWV im Oktober 2010 für die Lösung der Logica und der GEOCOM entschieden. Das System GEONIS für ArcGIS konnte die Ansprüche des OOWV insgesamt am besten erfüllen. Die Systemeinführung in den Sparten Trinkwasser, Abwasser und Grundwasser/ Hydrologie, die Datenmigration der Trinkwasser- und Abwasserdaten, der Umstieg auf ALKIS und die Systemintegration werden unter Federführung der Logica mit GEOCOM als Subunternehmer in den nächsten 2,5 Jahren realisiert.
Fazit:
Mit dem neuen GIS auf Basis des GEONIS Frameworks werden die wesentlichen Arbeitsabläufe im Unternehmen effektiv unterstützt. Durch die Integration weiterer Abteilungen und die Einbeziehung, z. B. der kaufmännischen Bereiche in das Gesamtsystem, hat der OOWV ein leistungsfähiges, zukunftsorientiertes Werkzeug der Prozessoptimierung gewonnen. Petra Helwig, OOWV
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